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Verdi tarifvertrag karstadt

Einen Tag nach den Kundgebungen, die in Form von Menschenketten und ähnlich machtlosen symbolischen Aktionen stattfanden, kündigte Verdi einen Tarifvertrag mit der Galleria Kaufhof Karstadt über die Schließung von 50 Feinkostgeschäften an, bei denen 637 von 2.100 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz verloren. Die Von der Geschäftsführung und der Gewerkschaft erzielte Einigung sieht die erstmalige Schließung von 62 Karstadt- und Kaufhof-Filialen vor. Sechs von elf Filialen in Berlin werden schließen, vier in Hamburg, drei in München und zwei in Dortmund, Düsseldorf, Essen und Nürnberg. Auch viele kleinere Städte werden betroffen sein. Nur 110 Filialen bleiben vorerst geöffnet. Auch die Schnäppchenzentren in Gießen und Frankfurt werden geschlossen, während der geplante Laden in Berlin Tegel seine Pforten nicht öffnen wird. Eine Woche zuvor hatte Verdi den Abschluss eines Tarifvertrags mit dem Unternehmen angekündigt, der sich in einem sogenannten freiwilligen Insolvenzverfahren befindet. Bundesweit sollen 62 Filialen geschlossen werden – mehr als ein Drittel! – und mehr als 6.000 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz. Anstatt sich an den Tarifvertrag der Deutschen Post zu halten, nach dem langjährige Mitarbeiter einen durchschnittlichen Stundenlohn von 17,70 Euro erhalten, zahlen die Zusteller ihren Mitarbeitern einen günstigeren Tarifvertrag, der für die deutsche Schifffahrts- und Logistikbranche gilt. Eine Gruppe, zwei Lohnvereinbarungen – eine Vereinbarung, die in der Vergangenheit selten funktioniert hat.

2009 entließ die Drogeriekette Schlecker – in Deutschland berüchtigt für den Betrieb kleiner Drogerien, die von einem einzigen Mitarbeiter betrieben werden – eine große Anzahl von Mitarbeitern, um sie dann zu niedrigeren Löhnen in einer Zeitarbeitsfirma, die sie besaß, wieder einzustellen. Die Tarifpolitik von Verdi hat vor allem durch Arbeitskämpfe im öffentlichen Dienst große Media-Aufmerksamkeit erregt. 2006 haben die Gewerkschaftsmitglieder einen neuen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Bundesländer angenommen, nachdem sie zuvor drei Monate lang gestreikt hatten. [55] Der Marburger Bund lehnte das damalige Verhandlungsergebnis ab und führte die Medien zu der Meldung, er begebe sich “auf Kollisionskurs” mit Verdi. [57] Die Tarifgemeinschaft der beiden Gewerkschaften war bereits im Vorjahr aufgelöst worden. [58] 2007 starteten Verdi und der Deutsche Beamtenbund (DBB) eine drei Millionen Euro teure Werbekampagne unter dem Motto “Genug gespart”. [59] Ziel der Kampagne war es, die Aufmerksamkeit stärker auf die Arbeit des öffentlichen Dienstes im Vorfeld neuer Tarifverhandlungen zu lenken. [60] Nach einer Warnstreikwelle und mehreren Verhandlungsrunden forderten die Parteien im März 2008 eine Schlichtung. [61] [62] Obwohl dies misslang, einigte sich Verdi schließlich mit Bund, Ländern und Kommunen auf einen neuen Tarifvertrag. [63] [64] Die Gewerkschaft erzielte eine Lohnerhöhung von acht Prozent,[65] was einige Beobachter als schwere Belastung für die öffentlichen Haushalte bezeichneten.

[66] Verdi zog im Handelsstreit insgesamt 50.000 neue Mitglieder an. [67] Später gelang es ihr, diesen Erfolg bei ähnlichen Verhandlungen im Jahr 2018 mit einer Vereinbarung zu wiederholen, die eine kumulative Erhöhung der Gehälter um 7,5 Prozent über einen Zeitraum von 30 Monaten vorsieht und Aufstockungen und zusätzliche Zahlungen umfasst, die den öffentlichen Sektor zu einem attraktiveren Arbeitgeber machen sollen. [68] Karstadt Kaufhof hatte vor einigen Wochen einen Antrag auf Kurzarbeit für große Teile der Belegschaft gestellt.

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